Entscheidungshilfe für die Mischungsauswahl

Was soll es sein - Wiese, Saum oder Blühmischung?

Wiese
Saum
Blühmischung

Wiesen

Bei naturnahen Wiesen handelt es sich in der Regel um Flächen, in denen Blumen (max. 50%) und Gräser in natürlicher Zusammensetzung vorkommen. Werden sie in adäquater Weise genutzt oder gepflegt, bilden sie dauerhafte, ausgewogene Bestände aus. Je nach Standort etablieren sich spezifische Pflanzengesellschaften, die an die jeweiligen Bedingungen und Böden (z.B. trocken-feucht, magernährstoffreich, sauer-basisch) angepasst sind.

Je nach Standort und Wetter, unterscheidet sich auch die Schnitthäufigkeit:

  • Fettwiese: 3-4 Schnitte / Jahr
  • Blumenwiese (mittlere Standorte): 2-3 Schnitte / Jahr
  • Mager- / Trockenrasen: 1 Mähgang / Jahr, bei wenig Aufwuchs ggf. nur zweijährige Mahd

Als Faustregeln gelten:

  • je magerer die Wiese, desto später wird gemäht / je fetter, desto früher
  • Die Margeritenblühte dient bei mittleren Wiesen als Zeiger für den richtigen Mahdzeitpunkt der 1. Mahd
  • Falls möglich die Fläche im Zeitraum von 2-4 Wochen in Etappen mähen um das Nahrungsangebot für Insekten nicht zu unterbrechen
  • Mulchen und Liegenlassen des Schnittguts ist die zweitschlechteste Methode, kein Schnitt die schlechteste
  • Wiederholtes Nichtmähen der Wiese führt zu Artenverlust

Säume

Als besonderer Blickfang können auf mageren Standorten Säume aus Wildarten angesät werden. Sie eignen sich besonders als lineare Randstruktur und bestehen zu einem großen Anteil aus Blumen, welche für Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge Nektar und Pollen bereithalten. Vor sonnigen Heckenbändern oder an Wegrändern mit durchlässigen, nicht zu nährstoffreichen Böden entfalten sie ihren Arten- und Blütenreichtum. Viele der Säume enthalten ein- und zweijährige Arten, so dass schon im ersten Sommer ein ansprechender Blühaspekt der Einjährigen entsteht. Bei Säumen ist im Gegensatz zu Wiesen 1 Pflegeschnitt pro Jahr ausreichend.

Je magerer der Standort auf dem sie ausgebracht werden, umso langlebiger die Ansaat. Im Schnitt kann von einer Lebensdauer von etwa 5 Jahren ausgegangen werden, bis diese Säume verunkrauten oder vergrasen und ggf. in eine Wiese übergehen. Auf mageren Standorten halten sich die blumenreichen Säume unter Umständen Jahrzehnte. Wer mit etwas Geschick die sich dominant entwickelnden Arten zurückdrängt, kann sich - über Jahre hinweg - an der Artenvielfalt eines Saums erfreuen.

Begrünungen für die Land- und Forstwirtschaft

Die Blühmischungen der Bundesländer sowie unsere Mischungen „Wildacker“ oder „Blühende Landschaft“ sind als mehrjährige Begrünungen für die Land- und Forstwirtschaft angelegt. Auch für diese oft für Brachen verwendeten Mischungen ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Die Ansaat darf nicht in bereits unkrautverseuchte Flächen erfolgen. Quecke, Disteln und Goldrute sollten z.B. noch in der Blüte auf halber Höhe abgemäht werden. Pflügen im Herbst vor der Ansaat hilft. Die Mischungen besitzen meist einen hohen Kräuteranteil von Arten, die sich als Nahrung oder Lebensraum für verschiedenste Tiere eignen. Ein Schnitt im Frühjahr ist ausreichend. Das Mahdgut kann nach dem Schnitt auf der Fläche verbleiben.