Qual der Wahl?

Vor jeder Begrünung steht vor allem die Frage, wie die Fläche genutzt werden soll, was der Standort zulässt und welches Budget dafür zur Verfügung steht. Dabei sollte nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch die späteren Pflegekosten und die Nachhaltigkeit der Begrünung in die Kalkulation mit aufgenommen werden.

Die Grundfrage: Rasen oder Blumenwiese?

Wer einen immer betretbaren und deshalb regelmäßig gemähten einheitsgrünen Rasen wünscht, ist mit einer Zier- oder Gebrauchsrasenansaat sicherlich gut bedient. Bei einer Ansaat mit wuchskräftigen Zuchtgräsern sind 5-10 Mähgänge im Jahr, Düngen und Wässern die Konsequenz dieser Entscheidung. Wer Dünger und Mähgänge sparen und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern will, sollte eher eine Wiesenmischung anstreben. Der etwas höhere Preis für eine Mischung aus Wildarten kann i.d.R. vernachlässigt werden, da verminderte Kosten für Düngung und Pflege die Preisdifferenz meist schnell ausgleichen. Das Schaubild aus einer Erhebung des Gartenbauamts Karlsruhe verdeutlicht das anschaulich:

Jährliche Mähkosten in €/m² nach Schnitthäufigkeit

Wildsaatgutmischung nach Artenfilter?

Haben Sie sich für eine Ansaat aus Wildformen entschieden, gilt es, die richtige Mischung für ihr Vorhaben und Ihren Standort zu finden. Unterschiedliche Anbieter und Mischungskonzepte konkurrieren am Saatgutmarkt. Vielen Mischungen liegt der „Artenfilter“ des DBUProjektes „Regiosaatgut- Regiopflanzgut-Konzept“ zugrunde, der als ein Instrument zum Auffinden von geeigneten Ansaatarten in einer Region entwickelt wurde. Auch für die Artenauswahl unserer Standardmischungen wurde das Grobgerüst des Artenfilters berücksichtigt. Aber es geht besser: Im Artenfilter sind für viele Arten die regionalen Aspekte ungenügend berücksichtigt. Zudem ist er als Hilfe für diejenigen Stellen gedacht, die Saatgut ohne jegliche botanische und standörtliche Kenntnisse anfordern und ausbringen. So sollen Fehler in der Ausbringung vermieden werden. Das eigentliche Ziel, Artenvielfalt zu fördern und qualitativ hochwertige Lebensräume zu schaffen, kann jedoch unter Anwendung des Artenfilters nur bedingt erreicht werden.

Standard-Mischungen der Rieger-Hofmann GmbH

Aus diesen Gründen erweitern wir unsere Mischungen – unter Berücksichtigung von Naturschutzvorgaben – um Arten, die regional-typisch sind und, wegen ihrer Wichtigkeit für die heimische Fauna sowie der Stabilität der zukünftigen Grünlandgesellschaft, von uns als geeignet erachtet werden. Diese Arten sind nicht in den Positivlisten des Artenfilters enthalten, aber im überwiegenden Raumanteil der betreffenden Region zu finden. Der heutige Zustand der Artenverbreitung kann unserer Ansicht nach nicht mehr als Maßstab für die Ansaat von Arten gelten, da viele früher weit verbreitet waren und erst in den letzten Jahrzehnten aus Teilen ihrer ehemaligen Vorkommensgebiete verschwunden sind. Allerdings sind unsere Standard-Mischungen nicht für Sonderstandorte konzipiert. Hochlagen der Mittelgebirge, die Alpen, Salzstandorte, wie die Marschen, oder extrem warme, trockene oder nasse Flächen sollten mit spezifischen Artenmischungen, wie z.B. unseren Sandmagerrasen für die Sandachse Franken (auf Anfrage) und unter Hinzuziehung örtlicher botanischer Sachverständiger, begrünt werden.

Individuelle Mischungen der Rieger-Hofmann GmbH

Gerne gehen wir auf Ihre individuellen Vorgaben ein. Sowohl naturschutzfachliche als auch gestalterische, standortspezifische, kostenoder nutzungsbedingte Bedürfnisse können in einer individuellen Mischungszusammenstellung Berücksichtigung finden. Bei einem Warenwert der Sondermischung unter 250 € müssen wir für den erhöhten Aufwand allerdings einen Zuschlag von 40 € berechnen. Vor dem Einsatz von seltenen oder Rote-Liste-Arten raten wir jedoch zu einer Rücksprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden.