Regionale Herkunft und Vermehrung als Qualitätsgarant

Im Naturschutzgesetz sind zwei Schutzgüter verankert, die gesichert werden sollen: die Erhaltung der gewachsenen genetischen Vielfalt der heimischen Arten und ein ungestörter Evolutionsprozess. Unsere Pflanzenarten haben sich im Laufe der Jahrtausende durch natürliche Auslese genetisch an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst.

Bei Ansaaten von weltweit vermehrten Arten entstehen Kreuzungen und Mischtypen, die den Anpassungsgrad der hiesigen Population verändern können. Invasive Neophyten aus den Anbauländern können eingeschleppt werden. Die vielfältigen Verknüpfungen der Natur und der Evolutionsprozesse können gestört werden. Die Gefahr einer Verfälschung der heimischen Pflanzenwelt ist daher grundsätzlich gegeben, auch wenn wir die genetischen Veränderungen im Erscheinungsbild der Pflanze meist nicht erkennen.

Samenmischungen für Gras- und Kräuteransaaten für die freie Landschaft, wie Straßenbegleitgrün oder Uferböschungen, sollen deshalb nach Gesetzeslage (§ 40 Abs. 4 BNatschG) aus regionaler Herkunft stammen. Die gesicherte Herkunft ist hier ein Qualitätskriterium bei der Ausschreibung. Zuchtsorten entsprechen nicht den Vorgaben des Naturschutzgesetzes.

Wir bemühen uns, ein von Jahr zu Jahr größeres Sortiment an Wildblumen und -gräsern aus gesicherten Herkünften in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen: Derzeit vermehren wir zusammen mit unseren Anbaupartnern an über 50 Standorten in Deutschland gebietsheimisches Saatgut und werden von bundesweit etwa 50 Sammlern unterstützt. Auf etwa 370 Hektar und 1600 Ackerschlägen gedeihen etwa 400 Wildarten für standortgerechte Saatgutmischungen.
Zur Ansaat von Großprojekten empfiehlt sich dennoch eine frühzeitige Kontaktaufnahme, evtl. auch ein Anzuchtvertrag.