Vom artenarmen Altbestand zur bunt blühenden Wiese

Zur Erhöhung der Artenvielfalt kann in einigen Fällen eine umbruchlose Ansaat in den Bestand in Frage kommen. Z.B. wenn Grünland nicht umgebrochen werden darf (Wasserschutzvorgaben), Vieh- oder Pferdeweiden schneller nutzbar, oder Baumwurzeln in Streuobstbeständen durch den maschinellen Umbruch nicht geschädigt werden sollen. Dabei wird eine artenreiche Wildblumenmischung (80‐100%) ggf. mit geringem Anteil (0-20%) an Untergräsern in das bestehende Grünland eingebracht.

Bestandsfläche scharf abgemäht
Bestandsfläche
eggen
Grasnarbe nicht ausreichend aufgerissen
Ausreichend gelockerte Erde zur Ansaat
Obenauf ansäen in den Bestand
Nach Ansaat
anwalzen

Folgende Punkte sind bei umbruchloser Ansaat zu beachten:

Die Ansaat in den Bestand kann eine Neuansaat nur ersetzen, wenn es sich um alte, lückige Rasenbestände oder artenarme Wiesen handelt, die durch Art der Nutzung an Artenvielfalt verloren haben. In jüngerer Zeit eingesäte Rasenflächen mit Rotschwingel (Festuca rubra rubra) eignen sich grundsätzlich nicht zur umbruchlosen Ansaat, da Zuchtgräser die nachgesäten Wildblumen zu sehr unterdrücken. Die bestehende Wiese sollte ferner nur wenige Futtergräser wie z.B. Glatthafer, Weidel‐, Liesch‐, Knäuel‐ oder Honiggras enthalten. Die Ansaat sollte vor angekündigten Niederschlägen, möglichst von Februar ‐ Mai oder Ende August - Anfang September erfolgen. Eine Düngung sollte unterbleiben, denn je magerer der Boden, desto blütenreicher entwickeln sich die Wiesen.

So wird's gemacht:

Den Altbestand abmähen und stark vertikutieren, fräsen oder grubbern, um die Grasnarbe aufzureißen. Nur ausreichende Bodenlockerung sorgt dafür, dass eine Etablierung der Kräuter möglich ist. Die Fläche nicht zu oberflächlich bearbeiten und langsam überfahren, da sich sonst die Grasnarbe zu schnell wieder schließt: Eine 50%‐ige Regeneration der Wiese erfolgt bereits nach wenigen Monaten. In die lockere Erde 1‐2 g/m² Blumenwiesen‐Saatgut (80-100 % Kräuter) säen und Bodenschluss durch Anwalzen herstellen. Dieser ist nötig, damit der Samen quellen und schließlich keimen kann.
Bitte beachten: Das sehr feine Saatgut nicht einarbeiten, da es sich oft um Lichtkeimer handelt. Bei Ansaat mit Direktsaatmaschinen wird die Grasnarbe zuwenig verletzt und es wird oft zu tief eingesät.

Erhöhter Pflegeaufwand im 1. Jahr:

Die Gräser aus dem Altbestand müssen das Jahr über kurz gehalten werden, bis die neu ausgesäten Kräuter Blattrosetten gebildet haben. Im Folgejahr sollte Anfang bis Mitte Mai nochmals ein Pflegeschnitt durchgeführt werden. Erst danach die Wiese wachsen und blühen lassen. Die Schnitthäufigkeit in den folgenden Jahren richtet sich nach Standort, Pflanzengesellschaft und Witterung.