01.11.2015

„Ackerblühstreifen für Wildbienen – Was bringen sie wirklich?“


von Dr. Christian Schmid-Egger1 und Rolf Witt (Fachzeitschrift AMPULEX)

Der vorliegende Artikel geht auf die Möglichkeiten und Probleme bei der Anlage von Blühstreifen ein, die zur Förderung von Wildbienen in der Agrarlandschaft angelegt werden.

Blühstreifen werden in vielen Bundesländern und im Rahmen des „Greening“ ab 2015 auch durch die EU gefördert. Es wird unterscheiden zwischen einjährigen und mehrjährigen Blühstreifen.

Einjährige Blühstreifen sind meist artenarm bzw. enthalten viele Kulturarten und blühen nur sehr kurz. Für die Förderung von Wildbienen sind sie ungeeignet. Mehrjährige Blühstreifen sind sehr viel besser zu bewerten, wenn sie ökologisch optimiert sind. Dazu müssen sie in der Regel artenreich sein und vor allem Pflanzenarten enthalten, die von spezialisierten Wildbienenarten genutzt werden können. Zudem sollte mindestens Regio-Saatgut, besser noch autochtones Saatgut verwendet werden.
Beim Anbau mehrjähriger Blühstreifen ist, neben einer standortgerechten Pflanzenauswahl vor allem auf eine geeignete Unkrautbekämpfung zu achten. Zudem sollten Blühstreifen im Verbund angelegt sowie über lange Zeiträume beibehalten werden. Nur so können sich dauerhafte Populationen gefährdeter Wildbienenarten aufbauen. Blühstreifen sind dazu in Kombination mit geeigneten Nisthabitaten anzulegen, da Blühstreifen alleine in der ausgeräumten Agrarlandschaft kaum besiedelt werden können.
Dem Anbau von Energiepflanzen aller Art erteilen wir eine Absage, weil diese kaum Wildbienen fördern. Ganz im Gegenteil steht zu befürchten, dass mit dem intensiven Anbau von Energiepflanzen sogar in Grenzertragslagen hinein – ein Beispiel ist die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) - auch noch die letzten Reste „natürlicher“ Habitate überbaut werden. Dadurch wird der Artenschwund in der Agrarlandschaft noch weiter beschleunigt werden.
Hier der komplette Artikel (S. 13-22 im pdf)


Ampulex6_S.13-22.pdf3.4 M